Eine gute Ernährung als Basis

Gesunde Ernährung als Basis

Immer wieder kommen Hundebesitzer zu mir, wo der Welpe schon Probleme mit dem Immunsystem hat. Gerade das Licht der Welt gesehen und schon geht es los, standardmäßige Entwurmung, die erste Impfung und bei der Fütterung geht es weiter…

Tatsächlich ist es meistens so, dass der Patientenbesitzer das Futter vom Züchter übernimmt. Folglich dauert es meistens nicht lange, bis die ersten Probleme auftreten. Entsprechend bekommt der Welpe entweder immer wieder kehrende Durchfälle. Außerdem kann es sein, dass unser Welpe Flöhe, Milben und Zecken magisch anzieht. Aus diesem Grund ist das junge Mikrobiom schon so aus dem Gleichgewicht geraten, dass es zu Verschiebungen kommt. Folglich werden Parasiten wie Kokzidien, Giardien, Clostridien, um nur einige zu nennen, Türen und Tore geöffnet.

Was braucht ein Hund um gesund zu bleiben?

  • Bewegung in der Natur
  • Vermeidung von Stress
  • Ausreichend Schlaf
  • Geistige Auslastung
  • Sozialisierung des Welpen und regelmäßige Sozialkontakte des adulten Hundes
  • Gesunde Zähne
  • Artgerechte, hochwertige ERNÄHRUNG
Eine gute Ernährung als Basis 2

Wie sieht gesunde Ernährung aus?


Kurz gesagt, genau wie bei uns Menschen auch, ist die gesunde Ernährung die Grundlage. Jedoch wird dieses Thema von vielen Hundebesitzern aber leider immer noch nicht ernst genommen. Sei es aus Bequemlichkeit- es ist schließlich so einfach den Futtersack aufzureißen und den Napf zu füllen. Mitunter aber auch einfach aus Unwissenheit. Desgleichen höre ich immer wieder, mein Hund bekommt doch hochwertiges Trockenfutter. Also was teuer ist, muss auch automatisch gut sein?
Im Folgenden erklärt an einem Beispiel. Futter XY: Auf den ersten Blick hat man das Gefühl, man hätte es mit Muskelfleisch von Rind und Geflügel zu tun:


Rinderfrischfleisch (20%), Geflügelprotein (19,5%), Mais (19%), Maismehl (16,5%), Reis (6,4%), Hirse (4%), Rübentrockenschnitzel (3%), Geflügelprotein, hydrolysiert (3%), Leinsaat (2%), Geflügelfett …..

Okay, denken wir, es sind also 20% Rind und 19,5% Geflügel enthalten. Zusammen fast 40% Fleisch? Der Hund ist ein Carnivore und Fleisch sollte eigentlich doch der Hauptbestandteil sein.
Nachdem wir ja jetzt wissen, was an erster Stelle steht, davon ist auch am meisten drin, hört sich 20% Rinderfrischfleisch ja erstmal gut an. Dementgegen wurden diese 20% allerdings vor dem Trocknen gewogen! Frischfleisch enthält 70-80% Wasser! Dies muss noch abgezogen werden. Bleiben also ca.6% Rinderfleisch.
19,5% Geflügelprotein. Was ist das nun wieder? Tierische Nebenerzeugnisse sind das neue Geflügelprotein. Die meisten Tierbesitzer wissen inzwischen, dass tierische Nebenerzeugnisse nichts Hochwertiges sind. Also hat das Kind einen anderen Namen bekommen. Es kann sich hierbei um Krallen, Federn, Füße usw. handeln.

Was haben wir sonst noch?

An dritter Stelle 19% Mais und an vierter Stelle 16,5% Maismehl. Das sind dann 35,5% Mais. Gefolgt von 6,4% Reis an fünfter Stelle und 4% Hirse an sechster. Womit wir jetzt bei einem Getreideanteil von 45,9% wären. Das ist also höher als der Fleischanteil. Kurz gesagt steht das Fleisch an erster Stelle und doch ist der Getreideanteil höher!

Außerdem haben wir 3% Rübenschnitzel. Was ist das nun wieder? Rübenschnitzel sind ein pflanzliches Abfallprodukt, welches bei der Herstellung von Zuckerrüben entsteht. Es wird gerne im Trockenfutter verwendet, um die Beschaffenheit des Kots zu beeinflussen.

Deklaration verstehen

Jetzt wissen wir schon, dass am meisten im Produkt enthaltene steht an erster Stelle und an erster Stelle sollte nach Möglichkeit Fleisch stehen. Möglicherweise steht da aber gar nicht Fleisch, sondern (am Beispiel von Geflügel) Geflügel, Geflügelfleisch, Geflügelmehl, Geflügelfleischmehl oder gar Geflügelprotein. Was bedeutet das nun?

  • Geflügel

Kann bedeuten, dass das komplette Huhn verarbeitet wurde. Enthalten sein können, Krallen, Füße, Federn, Schnäbel usw….

  • Geflügelfleisch

Hört sich erstmal gut an. Wurde aber im feuchten Zustand abgewogen. Wie oben schon erwähnt müssen die 70-80% Feuchtigkeit abgezogen werden. Somit ist der wirkliche Fleischanteil wesentlich geringer!

  • Geflügelmehl

Ist praktisch Geflügel (siehe oben). Kann wieder das komplette Huhn mit Federn usw. sein, nur im gemahlenen Zustand gewogen.

  • Geflügelfleischmehl

Wie Geflügelfleisch nur im getrockneten Zustand gewogen. Die % Angabe auf der Verpackung ist in diesem Fall richtig.

  • Geflügelprotein

Früher waren es die tierischen Nebenerzeugnisse… Sagt erstmal nur, dass Eiweiß vom Geflügel enthalten ist. Aber auch hier können Schnäbel, Federn, Füße usw. verarbeitet sein.

Deklaration-offen-halboffen-geschlossen

Es gibt verschiedene Arten der die Inhaltsstoffe des Futters aufzulisten. Worauf muss ich achten?

Hier einige Beispiele für Futterdeklarationen:

Die geschlossene Deklaration:

Beispiel:

Fleisch, tierische Nebenerzeugnisse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe, Öle.

Hier weiß der Verbraucher nicht, um welche Inhaltsstoffe es sich überhaupt handelt und zu welchen Anteilen sie enthalten sind.

Die halboffene Deklaration:

Beispiel:

70% Rindfleisch, Lunge, Leber, Mais, Reis, Sojaprotein, Brühe, Leinöl

Oder auch so: 65% Rind, Leber, Kartoffeln, 28% Brühe, 0,1% Leinöl

Hier erkennt man zumindest welche Bestandteile enthalten sind, aber immer noch nicht die genaue Anteilsverteilung.

 Oder: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (24% Huhn und 14% Rind), Gemüse (13% Karotten), Getreide (8% Reis)

Hier weiß man immer noch nichts über den Fleischanteil des Futters. Wie bereits erwähnt können tierische Nebenerzeugnisse alles sein. Aber wieviel Muskelfleisch enthalten ist erfahren wir nicht.

Offene Deklaration:

Beispiel:

Hühnermuskelfleisch(45%),Hühnermägen(15%),Hühnerherz(5%), Hühnerleber(5%),Kürbis(15%),Pastinake(5%),Spinat(5%),Birne (5%)

Barfen die einzige Alternative?

Ist Barfen nun also die einzige Möglichkeit meinen Hund zu ernähren?

Nein, es gibt auch gute Alternativlösungen um Ihren Hund gesund und artgerecht zu ernähren. Sprechen Sie mich gerne an!

Hinweis

Die Inhalte dienen zur Information und sollen keinen Besuch bei einem Tierarzt oder Tierheilpraktiker in der Nähe ersetzen. Sie stellen auch keine Anleitung zur Selbstmedikation dar.

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